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Das Leben mit Standardabweichung

Fanatische Methodik

Bin soeben über einen Heise-Artikel gestolpert, der mich zu einem Artikel des Wissenschaftlers Richard Dawkins geführt hat. Dieser zerlegt in seinem Online-Artikel das Buch des türk. Kreationisten Harun Yahya.

Auszug:

In 2006, I was one of tens of thousands of academic scientists all around the world who received, unsolicited and completely free, a huge and lavishly illustrated book called Atlas of Creation by the Turkish Muslim apologist Harun Yahya. The thesis of the book, which was published in eleven languages, is that evolution is false. The main ‘evidence’ consists of page after page of beautiful photographs of fossil animals, each one accompanied by a modern counterpart that is said to have changed not at all since the time of the fossil. It is a large-format book, a thick coffee-table book with more than 700 high-gloss colour pages. The cost of production of such a book must have been extremely high, and one is bound to wonder where the money came from to produce it and then distribute it gratis in so many copies and so many languages.

Hier der LINK zum ganzen Artikel, wo Richard Dawkins Fehler aufzeigt:
Einmal verwechselt der Autor eine Seeschlange mit einem See-Aal; dann Anemonen mit See-Sternen. Er vergleicht immer das Fossil mit einem heute noch lebenden Vertreter seiner Art und behauptet: 280 Millionen Jahre keinerlei Entwicklung würden die Evolution widerlegen und Gott bewiesen.

Dazu will ich mir nun weder eine Meinung noch ein Urteil erlauben - kann euch aber die süffisante Feststellung nicht vorenthalten, dass das zum Vergleich mit einer fossilen Fliege dargestelte “Insekt” kein Vertreter der gleichen Gattung ist.
Um genau zu sein ist es nichtmal ein Lebewesen, sondern ein fliegenförmiger Angelköder aus Plastik mit Metallhaken.

By now, we have come to expect something pretty good when we look at the photograph of the modern animal. What will the modern ‘caddis fly’ be? A minnow, perhaps? A garden slug? A king prawn? No, in a way is better than any of these: A fishing lure, complete with prominent steel hook!
Quelle: richarddawkins.net

UPDATE: SPIEGEL ONLINE hat heute (Montag, den 22.09.08) ein Interview mit Harun Yahya (Pseudonym eines Mannes namens Adnan Oktar, wie ich darin erfahren habe) veröffentlicht. Eine Frage behandelt auch die Auseinandersetzung mit Richard Dawkins:

SPIEGEL ONLINE: Richard Dawkins, einer der prominentesten Vertreter des neuen Atheismus, hat seinen Bestseller “Der Gotteswahn” jüngst auf Türkisch veröffentlicht. 15.000 Exemplare sollen bereits verkauft worden sein. Er schreibt unter anderem, dass Religion eine Ursache für Terrorismus sein kann.

Oktar: Der Darwinismus ist die Grundlage für Hitlers und Mussolinis Faschismus und Stalins Kommunismus. Und wenn wir uns die Gegenwart anschauen, dann sehen wir, dass alle Terroristen – auch diejenigen, die sich selbst als Muslime betrachten – in Wahrheit Darwinisten und Atheisten sind. Ein gläubiger Mensch, der regelmäßig betet, legt keine Bomben. Das machen nur Menschen, die vorgeben, Muslime zu sein - oder Darwinisten, die klar sagen, dass sie Terroristen oder Kommunisten sind. Folglich sind sie alle Darwinisten.
Quelle: SPIEGEL ONLINE

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  • Simon’s cat - TV Dinner

    Simon (wir berichteten) hat einen neuen Youtubefilm veröffentlicht. Lange habe ich darauf gewartet und freue mich nun über die dritte Folge “Simon’s Cat:)

    Simon’s Cat - TV Dinner

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  • Pressemeldung des Tages

    Da weiss man spontan nicht, ob man lachen oder weinen soll:

    Automatischer Absturz

    Anfang vergangener Woche sorgte in den USA die Meldung einer Onlinezeitung für Aufregung an den Finanzmärkten: United Airlines, eine der weltgrößten Fluggesellschaften, melde Konkurs an, wurde die Tageszeitung Sun Sentinel aus Florida zitiert. Der Börsenkurs von United brach um 75 Prozent ein. In zwölf Minuten wurden mehr als eine Milliarde Dollar vernichtet. Dabei hatte United gar nicht Konkurs angemeldet. Die Meldung war sechs Jahre alt und wurde aus Versehen von einem Computerprogramm, mit dem Google die Website der Zeitung durchsuchte, als neu ausgegeben.
    - sueddeutsche.de

    Ich will ja nicht in Science-Fiction abdriften und über den Kampf “Mensch gegen Maschine” philosophieren, auch nicht die Ursache ergründen - es bereitet mir Unbehagen zu erleben, dass die Kontrolle über dieses immer weiter wachsende Netz aus Daten und Informationen längst nicht mehr gewährleistet werden kann - die unvorhersehbaren Folgen werden dabei in Zukunft sicher nicht an Ausmaß abnehmen.

    Dagegen sollte man etwas unternehmen. Oh - mein RSS-Reader meldet mir einen neuen Artikel in einem befreundeten Blog. Speichern; ALT+F4.

    Die Ironie der Geschichte, die kein Mensch aktualisiert, redigiert und auf der Website veröffentlicht hat, ist laut Wall Street Journal die, dass anschließend die Aktie von United an der Börse teilweise auch ohne Zutun von Menschen verkauft wurde - Computerprogramme stoßen verlustreiche Aktien angeblich von alleine ab. Die Enthüllung und ihre Konsequenz - alles lief vollautomatisch.
    - sueddeutsche.de

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  • Mal wieder zufällig auf dem Blog dhaunsch.com gewesen und in das alte Filmrätselstöckchen reingeschaut, war ich echt überrascht, dass dieses nicht nur noch läuft, sondern nachwievor fleißig protokolliert wird.

    Nachdem ich dann bei TheRudi glücklicherweise “The Cell” richtig erraten habe, darf ich die Runde #1053 austragen. Ich fürchte aber, dass mein Beitrag keine Herausforderung für die Filmgurus sein wird :) Voilà:

    Thomas vom filmblog.ch hat “Miller’s Crossing” von den Coen-Brüdern richtig erraten. Einer dieser Filme, die man sehen sollte! Wir freuen uns auf die nächste Runde :)

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  • Jaguttäää!

    Jegliche Fakten kann ich mir sparen, da sie eh von Wikipedia kopiert wären - ich habe praktisch weder wirklich eine Ahnung wer das ist noch was sie singen - aber ich find’ sie Klasse! :)

    Drauf gekommen bin ich über einen befreundeten Österreicher, der im Rahmen eines europäischen Kulturaustauschprogrammes für 10 Tage nach Moldawien gereist ist und dort unter anderem diese Band bei einem Live-Auftritt erlebt hat. Und sie touren durch den Westen!

    Zdob şi Zdub - “Everybody in the Casa Mare”

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  • Das Label City Slang [...], bringt das kommende Album der US-Alternative-Country-Band Lambchop als Beilage der Oktoberausgabe des Rolling Stone in Deutschland auf den Markt.
    Quelle: pop100.de

    Was auch immer “unorthodoxe Veröffentlichungsmethoden” (siehe Quelle) heissen mag… Ich habe sogar schon den Kommentar vernommen, dieser Schritt sei “Kommerz”. Was auch immer: Lambchop schenken uns ein weiteres Album.

    “Die weiterhin abnehmenden CD-Verkäufe treffen vor allem jene Musiker, die keine Unterstützung in den Massenmedien finden. Umso notwendiger wird es, (leider immer noch) heimlichen Talenten wie Kurt Wagner eine adäquate Plattform zu liefern. Der Aufpreis von 1.40 Euro sollte für Lambchop-Fans ein Schnäppchen - und für Neueinsteiger ein preiswerter Appetizer sein.”
    Quelle: pop100.de

    Diese Aussage von Rolling Stone Chefredakteur Bernd Gockel kann ich nur bekräftigen: Lambchop gehören nachwievor zu den “most underrated” Bands die ich kenne und haben jede Publicity redlichst verdient: Qualität vor Quantität!
    Als Beispiel möchte ich gerne den ersten Track des Albums “What another man spills” anführen: “Interrupted”, ein mittlerweile zehn Jahre altes Meisterwerk des Gitarrenspiels.

    Lambchop: “Interrupted”

    Nudeln. Was Studenten eben so kochen.

    Als Alternative zu den guten Fertigsugo von z.B. Barilla habe ich ein bewährtes Rezept für eine schnell zubereitete Portion “Carbonara” für bis zu vier Personen mit dem Prädikat “selbstgemacht” :)

    Rezept Nr.3: Spaghetti alla carbonara


    Foto: privat - Mattes Boch
    Lies den Rest dieses Beitrags »

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  • Google Chrome: Verdammt (und) gut

    “Dieses Symbol wird man sich merken müssen”
    Quelle: Keine Ahnung mehr.

    Man konnte diesem Thema heute ja auch nicht ausweichen: Jede große Onlineredaktion schien sich über die vergangen zwei Tage nur mit den News über den neuesten Coup von Google zu befassen:

    Sueddeutsche.de: Neues Web-Werkzeug
    Sueddeutsche.de: “Bequem, aber kritisch!”
    Spiegel Online: Schlank, schnell, stabil.
    Spiegel Online: Lob, Liebeshymnen und ein großes Loch
    FAZ.net: Wird Mono-Chrome zum Monopol?
    Stern.de: Chrome braust allen davon
    Stern.de: Das Google-Dilemma
    Golem.de (8 Seiten!): Betaversion des Browsers ist da
    heise.de: Google greift Microsoft mit eigenem Browser an
    heise.de: Googles Webbrowser Chrome wühlt das Web auf
    Bild.de: Web-Rüsten im Browser-Krieg

    Es wurde wohl so ziemlich alles bereits gesagt. Fakten, Theorien, Befürchtungen und gar erste Bugs.

    Individuelle Produktnummern der Software (die eine eindeutige Identifizierung ermöglichen), personalisierte Inhalte auf Startseiten, automatisierte Suchunterstützung (die jeden Tastenanschlag an Google übermittelt), Inkognito-/”Porno”-Modus, minimalistische Bedienelemente, schnellere Javascript-Engine, OpenSource Quellcode, effizienteres Speichermanagement und erste fatale Bufferoverflows durch simple, undefinierte Handler (Für Chrome-User war der obige Link “erste Bugs” bereits ein Programmabsturz): So ist meine Bilanz des ersten Versuchstages, aber derer gleichen wird man bereits endlos lesen können. Wer noch was ergänzen mag, bitte!

    Am Ende eines ausgedehnten Tages im Internet stelle ich fest: Chrome ist verdammt und verdammt dazu, gut zu sein. Das Echo könnte nicht ambivalenter und ich nicht unschlüssiger sein.

    Auf der einen Seite werden technische Innovationen wie die in Dänemark entwickelte Javascript-Engine gefeiert, auf der anderen Seite kommt es durch einfachste Fehleingaben zu Totalabstürzen (Merke: es ist eine Beta-Version!). Diffuse Ängste der Usermassen bescheren Datenschutzskeptikern ein breites Publikum (was zur Zeit in Deutschland freilich nicht gänzlich unbegründet sein mag), während gleichzeitig die Faszination an personalisierten Inhalten ungebremst wächst.

    Ich habe Chrome installiert und getest und verworfen. Wieder gestartet, weiter getestet und erneut beendet. Damit gehöre ich immerhin zu 2,6% der Web-Benutzer weltweit Marktanteil des Browsers. Zwölf Stunden nach Veröffentlichtung eine beachtliche Zahl.

    Das Ding der Bequemlichkeit: Ich behaupte jetzt einfach mal, dass dieser Trend anhält. Diese Vermutung fußt auf über 10 Jahren Computererfahrung und der eingebildeten Kenntnis darüber, dass der druchschnittliche User/die Masse sich von schlichter Anwenderfreundlichkeit überzeugen lässt. Google mit seiner Fülle an kostenlosen Angeboten, hat in meinen Augen jedenfalls das größte Potential, diese Ansprüche zu befriedigen.

    Ich musste jedenfalls erst kürzlich hunderte Euro in teure Markensoftware investieren. Alles aufgrund von Standards in Wirtschaft und Forschung. Eines stand danach für mich fest:
    Ich gebe gerne die paar Daten über mich frei, wenn Standards in Zukunft kostenlos sind. Die Synergie aus Google und OpenSource könnte sich als wegweisend bewahrheiten; ebenso gut könnte sie grandios scheitern. Ich bin gespannt.

    Auch schön… University Lipdub

    Beeindrucke Choreografie in einem Take: Studenten der Hochschule Furtwangen haben im Juli 2008 das weltweit erste “University LipDub” unter dem Motto “What do you do after Studying” lanciert. Wir finden das gut!

    Auf der Webpräsenz der Hochschule heisst es dazu offiziell:

    University LipDub zeigt eine mehr als 4-minütige sogenannte Plansequenz mit etwa 60 “Sängern”, Statisten und sogar einem Professor. Es gibt also keinen einzigen Schnitt in der gesamten Produktion! Gedreht wurde im Juni 2008 im I-Bau der Hochschule Furtwangen.

    Muss ja ein Aufwand gewesen sein, so viele Leute dafür zu gewinnen und lustig zu arrangieren, dass ich nur staunen kann. Welch Präzision! Wenn das ein Trend wird, dann… wie könnte es keiner werden?

    University Lipdub (HS Furtwangen) - Nine Days -”257 weeks”

    Youtube-Musik mit Songtexten

    “Und ich so: Hä?”

    Klicke soeben mal wieder auf youtube umher und wundere mich: gestern wurde der Songtext in diesem Musikclip aber noch nicht eingeblendet - eine neue Version des Videos etwa? Nein, der Bereitsteller sowie das Datum sind identisch (warum auch immer ich mir das gemerkt habe…). Ein bisschen probieren und, tatsächlich: Youtube blendet seit heute die Lyrics bekannter Songs und Interpreten direkt über den Filmen ein. Die Quellen liegen dabei vermutlich auf externen Seiten.

    In den News des Tages finden sich diesbzgl. noch keine Hinweise. Seit Februar 2008 soll das zwar mit dem Nachrüsten des sog. Greasemonkey-Scripts möglich gewesen sein, da ich aber weder dieses noch ein anderes Plugin im Firefox verwende, schließe ich darauf, dass diese Technologie von Seiten Youtube nun serverseitig implementiert wurde.
    Naja, wie auch immer. Ich wollte nur mal “ERSTER!!!” beim Bloggen sein ;)

    UPDATE: Wie auch immer das funktioniert, es scheint doch eher eine Ausnahme bei nur ausgesuchten Clips zu sein. Mir ist es derweil noch schleierhaft, aber es erscheint logisch, dass es kein von Youtube implementiertes Feature sein kann: Neben Bild und Ton wollen die sich doch nicht auch noch die unnötigen Klagen für Rechte an den Texten aufbürden?
    Handelt es sich um eine rechtliche Grauzone, die Google durch Einbeziehen externer Quellen auslotst? Bei dem geringen Angebot an Videos geradezu unwahrscheinlich. Eine technische Rafinesse seitens des Benutzers, der die Videos alle hochgeladen hat ercheint mir vorerst plausibler.
    Oder haben Element of Crime gar persönlich ihre Songtexte einpflegen lassen?

    “Wo die Neurosen wuchern will ich Landschaftsgärtner sein und Dich will ich endlich wieder sehen”.

    Beispiel: Element of Crime - Straßenbahn des Todes

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